Bürgerfahrt des Partnerschaftsvereins Siegburg nach Guarda (08. – 13.07.2026)
Die Teilnehmer der Reise (Vereinsmitglieder und Siegburger Bürger) trafen einzeln und in Gruppen am Mittwoch, 08.07.2026, ab dem Mittag auf dem Flughafen Düsseldorf ein. Unser Flugzeug startete pünktlich um 15:40 und landete gegen 17:10 in Porto. Am Ausgang des Flughafens erwartete uns Antonio – unser Busfahrer und ständiger Begleiter in den folgenden Tagen. Er fuhr den Bus, den uns die Stadt Guarda kostenlos für die Zeit des Aufenthalts bis zum Rückflug zur Verfügung gestellt hatte.
Antonio brachte uns zunächst in das Novotel in Vila Nova de Gaia, der Stadt, die Porto am Douro gegenüberliegt. Wir konnten einchecken und erhielten unser Willkommensgetränk. Wir hatten zwei Portweine zur Auswahl. So „gestärkt“ brachte uns Antonio den Berg hinunter zur Uferstraße Cais de Gaia mit vielen Gaststätten und Portweinkellereien, wo das folgende Gruppenfoto mit Porto im Hintergrund entstand:

An der Uferstraße im Restaurant „Rabelos“ erhielten wir unser mehrgängiges Abendmenü mit guten Weinen der Region. Mit der Bewirtung waren wir sehr zufrieden. Antonio brachte uns anschließend wieder ins Hotel zurück.
Am Folgetag (Donnerstag, 09.07.) erwartete uns nach einem ausgiebigen Frühstück Louisa, unsere Stadtführerin. Vom Reisebüro geplant und vorbestellt war eigentlich ein Stadtrundgang in Porto, der in Gaia an der eisernen Brücke (Ponte Dom Luis) beginnen sollte. Da einige der Teilnehmer „schlecht zu Fuß“ waren, wurde der Plan kurzfristig geändert. Unsere Stadtführerin machte daraus in Absprache mit Antonio eine kleine Stadtrundfahrt, die uns zu einigen wichtigen Plätzen und Bauten führen und einen kleinen Eindruck von der Stadt Porto und ihrer Umgebung vermitteln sollte. Bei trübem Wetter fuhren wir zunächst nach Matosinhos, einer Nachbarstadt Portos, bekannt für ihren Hafen und ihre Fischrestaurants. Am Eingang zur Stadt umrundeten wir eine riesige Glasskulptur, die ein Fischnetz symbolisiert.

Am Strand von Matosinhos entlang fuhren wir zur Mündung des Douro mit ihren alten Festungsanlagen. Wir folgten dem Ufer des Douro auf der „Porto-Seite“ parallel zur alten Straßenbahnlinie. Auf Straßen mit großen Steigungen und Gefällen durchfuhren wir das Zentrum und machten an verschiedenen Plätzen halt (u.a. vor dem ehemaligen Justizpalast und dem alleinstehenden Kirchturm „Torre de Clérigos“). Den Abschluss bildete eine Führung mit Verkostung in der traditionsreichen Portweinkellerei „Ferreira“ (gegründet 1751) an den Cais de Gaia. Uns empfing zunächst ein kleines Museum mit Erklärungen zum Haus und zur Geschichte des Portweins. Louisa und eine Mitarbeiterin des Hauses führten uns durch lange unterirdische Gänge mit großen Portweinfässern. Am Ende wurden wir mit Häppchen und Portwein für die Mühe belohnt.


Antonio brachte uns anschließend wieder auf die Anhöhe von Gaia. Am oberen Zugang zur eisernen Btücke Ponte Dom Luis (s. Bild unten) erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, auf eigene Faust den Douro zu überqueren und Porto weiter zu erkunden.

Ein Teil der Gruppe fuhr mit der Seilbahn zu den Cais da Gaia. Antonio brachte uns zurück zum Hotel. Den Nachmittag nutzte ich, um mich mit meinem Schwager (gleichfalls Teilnehmer) ein bisschen in der Umgebung des Hotels umzusehen, während die Frauen am Pool verblieben. Kurz entschlossen liefen wir Dazu auf abschüssigen Straßen und Wegen den Berg hinunter, um den Fischerort Afurada zu erkunden, dessen Lokale uns von einem Teilnehmer für das Abendessen empfohlen wurden. Am Abend wurde der Plan umgesetzt. Wir fanden ein nettes Fischlokal, das wohl etwas bekannter war und in dem sich nach und nach auch weitere Teile unserer Reisegruppe einfanden.
Am folgenden Freitag (10.07.) war am Morgen die Flusskreuzfahrt geplant. Wir packten wir früh unsere Koffer und gingen zum Frühstück. Antonio brachte uns um 8:30 zu den Anlegestellen für die Ausflugsschiffe in Porto. Dort herrschte zunächst Ratlosigkeit, weil wir nicht wussten, auf welchem Schiff/bei welcher Gesellschaft die Gruppe angemeldet war. Nach einigen Nachfragen fanden wir die richtige Anlegestelle, wo bereits mehrere kleinere hölzerne Ausflugsschiffe für die kleine Flusskreuzfahrt vorbereitet wurden. Wir durften einsteigen. Unser Schiff hatte ein hölzernes Vorderdeck mit Stühlen für die Passagiere und eine Kabine mit Tischen und Stühlen für ca. 40 Personen. Für uns war bereits der Frühstückstisch gedeckt. Diese zweite Mahlzeit mit Croissants und Brötchen nahmen wir sogleich nach Fahrtbeginn (9:00) ein. Das Schiff bewegte sich unter der stählernen Brücke und weiteren Brücken Portos hindurch flussaufwärts Die Fahrt begann bei trübem Wetter und mäßigen Temperaturen. Wir fuhren gemächlich durch den Ballungsraum Portos mit seinen Brücken, Straßen und Vororten. Allmählich ging die Bebauung zurück und wir erreichten Gebiete mit kleineren Siedlungen, Flussbädern und Stränden. Nach ca. 1:30 Stunden stoppte unser Schiff an der ersten Schleuse. Sie hatte eine Kammer mit einer imposanten Höhe von ca. 30 m. Der Schleusenvorgang (Schließen der unteren Tore, das Füllen der Schleusenkammer mit dem „Anstieg“ des Schiffes) zog die Passagiere in ihren Bann. Auf höherem Flussniveau nahm unser Schiff wieder Fahrt auf; ruhige Flusslandschaften mit viel Natur säumten die Wasserstraße. Das Wetter wurde immer besser.

Am Mittag wurde zunächst ein Glas Portwein gereicht. Es folgte ein reichliches Mittagessen mit freien Getränken. Die Teilnehmer genossen das schöne Wetter auf dem Vorderdeck. Bald erreichten wir eine zweite Schleuse und setzten dann die ruhige Fahrt fort, die für mich schon einen meditativen Charakter hatte. Gegen 16:00 erreichten wir unseren Zielort Peso da Regua, wo uns unser Busfahrer erwartete. Vor uns war jetzt ein ca. zweistündige Busfahrt nach Guarda. Gegen 18:00 erreichten wir unser Hotel Versatile in der Partnerstadt. Nach dem Einchecken und einer kurzen Pause brachte uns Antonio zum Weinfest. Es war optisch ein sehr gediegenes Fest mit vielen Ständen, an denen kostenlos Wein der näheren und weiteren Umgebung (Guarda selbst hat keinen Weinbau) gekostet werden konnte.

Nach ca. einer Stunde fuhr uns Antonio zum Abendessen (Einladung der Stadt Guarda) in einer Veranstaltungshalle unterhalb der alten Stadt. Auf der Fahrt fiel auf, welche Höhenunterschiede innerhalb des Stadtgebietes bestehen. Das alte Zentrum liegt auf einem Berg von 1000 m Höhe. Guarda ist damit die höchstgelegene Stadt Portugals. Die unteren Stadtteile liegen nach meiner groben Schätzung ca. 300 – 500 m tiefer. Zurück zum Abendessen: Es war eher mäßig, was mich aber nach der „Verwöhnfahrt“ auf dem Douro nicht weiter belastete. Nach dem Abendessen trafen sich die Teilnehmer noch in der Hotelbar.
Am Samstag (11.07.) begann unser Programm erst um 11:00. Ich nutzte die Zeit nach dem Frühstück, um vom Hotel aus die Altstadt zu erkunden. Dies verlangte einen kurzen und steilen Anstieg von ca. 100 m hinauf zur Stadtmauer, die die Altstadt nur noch stückweise umgibt. Hinter der Stadtbefestigung gelangte ich in Straßen mit alten unsanierten Häusern. Sie gehörten wohl zu ehemaligen Judenviertel (Judiaria) der Stadt. Mir blieb nur wenig Zeit, mich umzusehen; ich musste wieder hinab zum Hotel. Antonio fuhr pünktlich mit uns in Richtung Serra da Estrela nahe Guarda. Es handelt um den höchsten Gebirgszug Portugals (Berge bis fast 2000m), beliebt bei Wanderern. Im Tal lag vor uns ein tiefblauer Stausee. Wenig später erreichten wir Videmonte, ein kleines malerisches Dorf (388 Einwohner nach dem Stand 2021). Es gilt als der am höchsten gelegene Ort des Gebirges. Wir besichtigten zunächst eine Backstube – versteckt hinter einer Gartenmauer gelegen. Der Bäcker präsentierte uns dort seine Erzeugnisse (zwei unterschiedliche Brote), die er an den Handel liefert.

Auf verschlungenen Wegen besuchten wir anschließend eine kleine Wassermühle, wo das Korn gemahlen wurde. Schließlich brachte Antonio uns mit dem Bus zu einer kleinen Käserei am oberen Ende des Ortes, wo aus frischer Schafsmilch ein Hartkäse hergestellt wurde (Queijaria Alcina Martins Correira). Nächstes Ziel war Quinta da Taberna. Dieser Ort besteht aus einem verlassenen Dorf, dessen malerische Ruinen wir zunächst besichtigten. Inzwischen waren Luis Bernardo und eine Kollegin der Verwaltung aus Guarda hinzugekommen. Sie erläuterten uns die Geschichte des Dorfes und mögliche Pläne des Wiederaufbaus.


Unterhalb dieses aufgegebenen Weilers gab es am Rio Mondego wiederhergestellte „ortstypische“ Häuser, die sich einer größeren Nachfrage erfreuen. Am Rio Mondego nahmen wir neben dem Freibad mit Liegewiese an einer Hütte unseren Mittagsimbiss ein, zu dem auch Brot und Käse aus Videmonte gehörten und zu dem Wein und Wasser gereicht wurden. Inzwischen war zur Gruppe auch der Siegburger Bürgermeister hinzugekommen.

Am Nachmittag besuchten wir in der zu Guarda gehörenden Gemeinde Macainhas die traditionsreiche Weberei „Cobertor de Papa“, die heute nicht mehr produziert, sondern ein Museum geworden ist, in dem von Mitarbeitern an Originalgeräten die Arbeitsschritte von der Schafswolle bis zur fertigen Decke erläutert wurden. Antonio brachte uns anschließend zum Hotel zurück, wo uns nur wenig Zeit bis zum Abendprogramm blieb.
Um 19:00 fanden wir uns wieder auf dem Weinfest ein. Die Gruppe teilte sich: Gisela Fechner, der Siegburger Bürgermeister mit Mitarbeitern und ich waren an den Tisch des Präsidenten des Municipio (Landkreis) Guarda, Sergio Costa, auf dem Festgelände eingeladen, während die übrigen Mitglieder der Gruppe mit Luis Bernardo und unserem Fahrer Antonio in einem Restaurant der Stadt sich bei gutem Essen und Wein erfreuten. Am Tisch des Präsidenten waren wir gut versorgt. Es gab Fisch, Fleisch, Salate, Austern und andere Delikatessen, dazu sehr gute regionale Weine. Zum Ende des offiziellen Treffens überreichten Gisela Fechner und ich unser Gastgeschenk, eine professionelle Drohnenaufnahme des Michaelsberges (Aufnahme unseres Mitglieds Daniel Duarte). Inzwischen waren auch die übrigen Reiseteilnehmer wieder auf dem Weinfest eingetroffen, das zu später Stunde noch viele Einheimische anzog. Antonio brachte uns alle zum Hotel, wo wir in der Bar im obersten Stock den Tag bei Bier und Fußball-WM im Fernsehen ausklingen ließen.
Am folgenden Sonntag (12.07.) genossen wir beim Frühstück im Hotel von unserem Frühstücksraum aus den herrlichen Blick auf die Landschaft um Guarda. Um 10:00 wurden wir zu einer kurzen Stadtbesichtigung abgeholt. Antonio brachte uns zur Kathedrale, die wir in unter sachkundiger Führung von Anabela Neves (Stadt- und Kreisverwaltung Guarda) in Ruhe besichtigen konnten. Mit dem Bau der Kirche wurde im 14. Jahrhundert begonnen. Den Altarraum schmücken 110 Figuren, die u.a. Szenen aus dem alten Testament und christlicher Überlieferung zeigen. Ansonsten wirkte das Kircheninnere eher schlicht.

Von dort gingen wir an Resten der alten Stadtbefestigung vorbei zum Torre de Menagem (Burgfried des ehemaligen Castillo), von dem man einen tollen Blick auf Kathedrale, Stadt und Umgebung hatte.


Durch ein Tor der ehemaligen Stadtbefestigung gelangten wir zur Kirche der Barmherzigkeit (Igreja da Misericordia, unteres Bild vorangegangene Seite), einem barocken Gotteshaus mit sehenswertem Hochaltar und Seitenaltären aus Holz).
Mit Anabela Neves fuhren wir anschließend zum Heimatort von Luis Bernardo, Aldea Vicosa (267 Einwohner, Stand 2021) in der Serra da Estrela. Dort empfing uns Luis persönlich an der ehemaligen Schule. Er erzählte uns viel über das nach seiner Ansicht schönste Dorf des Gebirges. Er selbst war vor einigen Jahren noch Bürgermeister der Gemeinde. Zunächst lud er uns zu einem Aperitif vor der alten Schule ein, die heute vielfältigen Zwecken dient (Museum, Begegnungsstätte und Verwaltung). Wir besuchten ein ehemaliges Klassenzimmer mit Original-Schulinventar, nahmen dann in einem größeren Klassenraum Platz, wo uns an großen Tischen das Mittagessen gereicht wurde.

Nach dem Essen wurden die Gastgeschenke überreicht. Anschließend lud uns Luis zu einem Spaziergang zur schönen Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert ein. So ein schönes und gut erhaltenes Gotteshaus hätten wir in dem kleinen Gebirgsort nicht erwartet! Auch hier war Luis ein kundiger Führer und zeigte uns die schönen Ölgemälde in der Kirche (aus dem 15./16. Jahrhundert). Es war wieder ein toller Ausflug mit einer überwältigenden Gastfreundschaft!
Es war nun Zeit, abzureisen. Erschöpft von vielen neuen Eindrücken nahmen wir wieder im Bus Platz. Antonio brachte uns in einer ca. zweistündigen Fahrt zu unserer letzten Station in Portugal, nach Aveiro. Wir übernachteten im Hotel Alfonso V. Zu Fuß erreichte man in 10 – 15 min die Kathedrale. Das eigentliche Zentrum war ca. weitere 15 min entfernt. Aveiro ist eine alte Küsten- und Hafenstadt und wird von Kanälen durchzogen, die mit unzähligen motorisierten offenen Touristenbooten befahren werden. Aveiro gilt deshalb als das „Venedig“ Portugals.

Das Abendessen erhielten wir im Sterne-Restaurant „Salpoente“ (in einem ehemaligen Lagerhaus an einem der Kanäle). Zu Fuß war es leider ein längerer Weg dorthin. Wir waren froh, als wir vor dem Restaurant unseren Bus mit Antonio fanden. Er fuhr uns nach dem Essen zurück zum Hotel.
Am folgenden Tag (13.07.) mussten wir sehr früh aufstehen und frühstücken, weil wir gegen 7:30 zum Flughafen aufbrechen mussten. Wir erreichten den Flughafen ca. eine Stunde später und verabschiedeten uns von unserem netten und zuverlässigen Fahrer Antonio. Es war noch ausreichend Zeit bis zum Abflug (10:50 Ortszeit). Gegen 15:00 waren wir wieder wohlbehalten in Düsseldorf, von wo wir einzeln oder in Gruppen unsere Rückfahrt nach Siegburg antraten.